Wie altern Tattoos? – Ein Blick unter die Haut

20. August 2025

Ein Tattoo begleitet uns ein Leben lang und wie auch wir, verändert es sich mit der Zeit – Farben werden sanfter, Linien unschärfer und Details gehen etwas verloren. Das ist keineswegs ein Zeichen von schlechter Qualität, sondern vor allem ein natürlicher Prozess des Körpers. Aus diesem Grund erklären wir dir hier, was genau im Körper passiert, welche äußeren Einflüsse wirken und wie du dein Tattoo lange schön hältst.

Was passiert eigentlich im Körper?

In dem Moment, in dem dein Tattoo gestochen wird und das Pigment in die zweite Hautschicht (Dermis) eingebracht wird, reagiert der Körper. Das Immunsystem bemerkt sofort eine Verletzung und erkennt die Farbpigmente als Fremdkörper. Aus diesem Grund versucht er diese abzubauen und transportiert ein Teil der Pigmente über das Lymphsystem ab. In den ersten Tagen nach deinem Tattootermin wird außerdem ein Teil der Tinte zusammen mit dem Wundwasser ausgespült. Das ist alles völlig normal und einer der Gründe, weshalb auch einige Tattoos nach der Abheilung nachgestochen werden müssen.

Der Großteil des Pigments bleibt jedoch in der Haut, doch über die Jahre hinweg schaffen es einzelne Immunzellen dennoch kleine Mengen zu entfernen. Daher werden Linien mit der Zeit minimal weicher und Farben verlieren an ihrer Intensität – ein ganz natürlicher Prozess deines Immunsystems.

Sonneneinstrahlung:

Es gibt aber auch äußere Einflüsse, welche das Altern deines Motivs beeinflussen:

UV-Strahlen wirken auf dein Tattoo wie auf ein Gemälde, das zu lange in der Sonne hängt: Sie zerstören dabei die Farbmoleküle, wodurch die Farben verblassen oder sich verändern. Da UV-Strahlen auch in deine Haut eindringen, betrifft dieser Effekt auch die Pigmente deines Tattoos. Einige Farben reagieren besonders empfindlich auf die Sonnenstrahlung, wie: Rot, Gelb und Pastelltöne.

Um schnelles verblassen zu vermeiden und ein langfristig schönes Ergebnis zu erzielen, solltest du daher dein Tattoo bestmöglich schützen. Zum Beispiel mit einem guten Sonnenschutz (LSF 50+) oder leichter Kleidung.

Hautalterung und Bindegewebe:

Im Alter verliert unsere Haut an Spannkraft und Elastizität. Das liegt zum Beispiel auch an der verminderten Kollagen- und Elastinproduktion – ein ganz natürlicher Teil unseres Lebens. Diese Veränderungen wirken sich auch auf dein Tattoo aus, weshalb Linien verzerrt oder unscharf wirken können. Besonders anfällig hierfür sind Bereiche mit starker Bewegung, sowie stellen welche von Gewichtsschwankungen beeinflusst werden.

Wie du dein Tattoo lange schön hältst:

Du kannst den Alterungsprozess deines Tattoos nicht stoppen, aber deutlich verlangsamen.

Besonders wichtig hierfür sind:

•⁠  ⁠UV-Schutz (LSF 50): um dein Tattoo vor der Sonne zu schützen

•⁠  ⁠Hautpflege: damit deine Haut das Pigment halten kann und elastisch bleibt

•⁠  ⁠gesunder Lebensstil: um deine allgemeine Hautgesundheit zu unterstützen

•⁠  ⁠Nachstechen: falls du dein Tattoo wieder strahlen lassen möchtest

Fazit:

Tattoos altern mit dir und das ist völlig in Ordnung. Das heißt aber nicht, dass sie mit der Zeit „schlechter“ aussehen – sie erzählen vielmehr deine Geschichte, so wie Narben, Lachfalten oder Sommersprossen und zeigen, dass du gelebt hast.